Kind Mama Blog

Haustiere und Drachen

Was hat denn nun unser Drache mit unseren Haustieren zu tun? Ganz viel, denn Haustiere sind bei uns Familienmitglieder und wenn ein neues Familienmitglied dazu kommt, ist das immer eine aufregende neue Situation. Erst recht, wenn da ein kleiner Drache dazu kommt, der feuer speit, die volle Aufmerksamkeit bekommt, rumschreit, sich unkontrolliert bewegt und irgendwie den ganzen bekannten Alltag umwirft 😉 .

Das ist nicht nur für uns Drachenbändiger eine Herausforderung und eine Umstellung, sondern auch für unsere Haustiere, in unserem Fall unsere Stubenleoparden. Grundsätzlich geht man davon aus oder hofft man, dass die tierischen Familienmitglieder den kleinen Drachen nach einer Gewöhnungsphase mit ins Rudel aufnehmen und eine tolle Freundschaft fürs Leben entsteht. Aber wenn nicht? Was, wenn ein tierisches oder alle tierischen Familienmitglieder nicht mit dem Drachen zurecht kommen?!

Bevor ich euch erzähle wieso mich dieses Thema so beschäftigt, möchte ich euch unsere beiden Stubenleoparden einmal vorstellen 🙂 .

Stubenleopard Nummer 1 unser Bengale Django 

Stubenleopard Nummer 2 unser Siam Lemmy

 

Wie man vielleicht an den Bildern schon erahnen kann ist unser Bengale Django Drachen affiner als unser Siam Lemmy. Während Django sich relativ schnell mit unserem Drachen beschäftigt hat und bei jedem Stillen zum Kuscheln dazu kam. War Lemmy eher skeptisch diesem unkontrollierten lauten Drachen gegenüber. Ich sollte dazu sagen, dass Django eher auf mich und Lemmy eher auf meinen Mann geprägt ist. Daher fand ich es auch nicht so verwunderlich, dass Django eher meine/unsere (Drache+Ich) Nähe suchte.

Bei jedem Stillen, nackig Turnen (versuchen wir einmal am Tag hinzubekommen freies Bewegen ohne Windel 😉 ) oder Mittagsschlaf gesellte sich Django meist dazu. Er schnüffelte unseren Drachen zur Begrüßung ab, legte sich schnurrend dazu und ließ sich auch vom Drachen berühren. Lemmy hingegen beobachtete ganz genau, guckte skeptisch bei Bewegungen des Drachen, wollte auch nicht zu nah ran und wehrte Berührungen des Drachen zügig ab. Im Laufe der Zeit fing Django an mir bescheid zu geben, sobald der Drache weinte oder schrie…Nicht das ich das nicht selber mitbekommen hätte 😜. Aber er kümmerte sich mit. Das beste war eigentlich als der Mann die Kleine oben im Kinderzimmer wickelte und Madam Windel sowie Anziehen grauenvoll fand…sprich sie schrie wie am Spieß. Ich saß unten im Wohnzimmer, hatte eigentlich mal kurz „babyfrei“ zum durchatmen, dafür aber einen Django neben mir sitzen der mich vollmauzte. Also Django ist sehr kommunikativ und hat mich regelrecht angeschrien, lief immer zur Treppe und wieder zu mir…..nach dem Motto :“Hey Dosenöffner der Drache schreit los dein Job hoch da!“

Lemmy hingegen zog sich über Tag häufiger zurück und kam erst wieder so richtig dazu, wenn der Mann nach Hause kam. Mit der Zeit fing Lemmy an vermehrt Dinge zu zerkauen mit Vorliebe Kunststoff ☹. Das steigerte sich von einem zerstörten Laptopkabel zu meinen Crocs. Nichts war sicher selbst das Babyphon, die Babynagelschere und das Drachenspielzeug wies Bissspuren auf. So konnte das ja nicht weitergehen!! Wir haben jeden Abend wirklich versucht alles mit Plastik wegzuräumen…denn diese Verhalten lebte Lemmy meist nachts aus! Auch fing er vermehrt an abzuhauen. Wir haben keine reinen Wohnungskatzen, aber auch keine völligen Freigänger. Unsere Stubenleoparden haben eine große begrenzte Spielwiese in Form eines eingenetzten Terrassen-Gartenbereichs. Lemmy suchte und fand immer wieder Wege hinaus und war dann mal weg.

Ein Opfer von Lemmys Kunststoffliebe

Die Recherche-Queen fand heraus, dass Siamkatzen genetisch bedingt zum Pica-Syndrom neigen. Das bedeutet sie fressen Dinge, die nicht zum Fressen gedacht sind wie z.B. Wolle oder Kunststoff. Diese Verhalten kann durch Stress und/oder Veränderungen im Lebensumfeld der Katze ausgelöst werden. Na super also kann das ja nur an dem Einzug unseres Drachen liegen.

Beheben lässt sich das Problem:

  • den Stressfaktor minimieren/beseitigen (Äh ja ne der Drache wird die nächsten 18-40 Jahre noch Stress verursachen 😅 )
  • Freigang (ist aufgrund unserer Wohnsituation leider nicht machbar, daher ja der begrenzte Freigang)
  • viel mit der Katze spielen und beschäftigen (wir haben ein Gnartscheltier mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad, was so schnell nicht weniger Aufmerksamkeit bekommen wird)
  • das Objekt der Begierde komplett vor der Katze unter Verschluss halten (Wir sehen uns nicht in der Lage erst recht nicht mit Kind jegliche Kunststoffartikel jeden Abend katzensicher zu verstauen)
  • mit dem Problem arrangieren (Bitte? Was ist mit evtl. Magenverschluss oder Stromschlag weil er ein Kabel durchkaut????!!!!)

Wie ihr schon lesen könnt….wir standen vor einem Problem! Unser Drachenmädchen stresste unseren Lemmy so sehr, dass er selbstzerstörendes stressabbauendes Verhalten an den Tag legte. Aber was soll denn erst werden, wenn der Drache anfängt zu krabbeln? Dann bekommt Lemmy noch mehr Stress und wie reagiert er, wenn der Drache ihn unbewusst bedrängt? Wir haben Wochen lang mit uns gehardert, uns die Entscheidung nicht leicht gemacht und uns am Ende eingestehen müssen, dass wir uns nicht dazu in der Lage fühlen Lemmys Bedürfnissen gerecht zu werden.

Ich habe mich dann mit der Züchterin in Verbindung gesetzt und um Hilfe gebeten. Sie hörte sich meine Schilderungen an und sagte gleich, dass es für Lemmy am besten wäre in ein zu Hause ohne Kinder umzuziehen, wo er die volle Aufmerksamkeit seines Dosenöffners bekommt. Sie würde Lemmy erst einmal zu sich nehmen und entweder bleibt er bei Ihr oder sollte sie ein geeignetes zu Hause finden würde er dort hin umziehen. Dann ging alles ziemlich schnell nach 3 Tagen holte sie Lemmy ab. Der Abschied viel uns gar nicht leicht!! Ich hab geheult wie sonst was und irgendwie hat man ein wahnsinnig schlechtes Gewissen. Aber manchmal gibt es Entscheidungen, da geht es nicht mehr darum, was für einen selber das Beste ist sondern was für das Tier und dessen Wohl das Beste ist!

Ganz ehrlich, ich hätte nie gedacht, dass einer von unseren Stubenleoparden mit dem Drachen nicht zurecht kommen würde und ich hätte nie gedacht, dass wir in so eine beschissene Situation kommen würden! Aber wie heißt es so schön. „Es kommt immer anders als man denkt!“

 

Im Laufe des Schreibprozesses des Artikels:

Als ich diesen Artikel angefangen habe war Lemmy gerade ausgezogen. Jetzt so ca. 3 Wochen später muss ich noch dazu sagen, dass Lemmy bei der Züchterin stiften gegangen ist und bisher auch nicht wieder aufgetaucht/gefunden wurde 😓 Ja es kommt immer anders als man denkt! Falls also einer einen bildhübschen Siamkarter in Raum Eckernförde finden sollte gebt doch mal bescheid!! Ich habe einfach die Hoffnung, dass Lemmy sich selbst auf die Suche nach dem perfekten Dosenöffner gemacht hat und diesen auch findet!!! Denn wir wollten doch, dass es ihm besser geht und nicht dass er spurlos verschwindet 😟

Auch mussten wir feststellen, dass Django sich als Alleinkatze nicht so wohlfühlt wie erhofft. Die Beiden waren jetzt nie ein Herz und eine Seele und häufig war Lemmy Django auch zu wild und aufdringlich. Aber spielen konnte man super und manchmal auch kuscheln. Da Django sich nicht richtig wohlfühlt haben wir uns dazu entschieden (auch kein einfacher Prozess), es noch einmal mit einer Zweitkatze zu versuchen.Wir haben uns für eine ausgewachsene Bengaldame im ähnlichen Alter und relativ ähnlichem Charakter entschieden. Ich werde berichten was passiert, denn die hübsche Lady zieht nach dem Urlaub probeweise bei uns ein.

 

 

 

 

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