Kind Mama Blog

Schreibaby oder auch das Gnartscheltier Teil 2

Die Recherche-Queen fand so einige Tipps&Tricks sowie mögliche Erklärungen für die Schreiattaken. Diejenigen, die uns geholfen haben und die bei uns zutrafen möchte ich hier mit Euch teilen.

Vorab finde ich es noch wichtig zu sagen, dass jeder seinen persönlichen Weg finden muss um mit so einer schweren Situation umzugehen.

Ein ganz großer und wichtiger Punkt, der mir wahnsinnig schwer fiel und noch fällt: Völlige Aufopferung bis zur Verzweiflung bringt weder mir noch der Kleinen etwas. Vielleicht geht es dem einen oder anderen Leser genauso wie mir. Irgendwo in meinem stilldementem, hormongesteuertem und unausgeschlafenem Hirn ist ein Fleck der mir penetrant sagt ich müsste und vor allem nur ich könnte unser Gnartscheltier schreiend ertragen und beruhigen. Anstatt, dass ich mir eingestehe, dass auch ich an einen Punkt komme wo es nicht mehr geht und ich zu meinem Mann gehe und sage: “ Schatz hier ist das Gnartscheltier ich kann nicht mehr“ bin ich verrückterweise der Meinung Selbstgeißelung mit anschließendem Erschöpfungsheulen ist besser. Wenn man seine Checkliste Hunger, frische Windel, Koliken, zu warm, zu kalt, Schmerzen und auf den Arm durch hat bleibt einem leider manchmal nicht viel außer Nähe zu geben und da zu sein. Man kann leider nicht immer das Kind beruhigen sondern es nur tröstend begleiten und das sollte mit einer positiven Einstellung passieren. Denn unsere Laune überträgt sich aufs Kind. Klingt einfach ist bei mir bis heute das Schwierigste.

Also ein wichtiger Tipp:

Man darf sagen es geht nicht mehr, man darf aufgeben um neue Energie zu tanken, man ist keine schlechte Mutter wenn man sein Gnartscheltier auch mal richtig blöd und anstrengend findet und man MUSS abgeben lernen.

Zu meiner weiteren Drachenbändiger Grundausstattung, die auch bei Gnartscheltieren zu empfehlen ist, stehen 4 Dinge ganz oben zum weiterempfehlen!

  • das Buch: „Das glücklichste Baby der Welt“ von Dr. Harvey Karp (Der Titel klingt total kitschig aber der Inhalt ist Goldwert!!)
  • Die App: Baby Sleep (weißes Rauschen ich liebe weißes Rauschen…vielleicht funktioniert deshalb auch Metall so gut :-))
  • Abendrituale
  • Das Buch oder die App: „Oh je ich wachse“

Durch das Buch „Das glücklichste Baby der Welt“ sind wir dazu gekommen unsere bisher versuchten Beruhigungsstrategien zu bündeln und es hat uns die Schreiattaken erklärt.

Unsere Babys kommen von der neuronalen Entwicklung betrachtet 3 Monate zu früh auf die Welt. Die größten Entwicklungsschritte auf neuronaler Ebene passieren in den ersten 3 Monaten. Allerdings ist es durch unseren aufrechten Gang nicht möglich die Kinder noch 3 Monate im Bauch zu behalten, dann wären sie schlichtweg vom Kopfumfang zu groß für die Geburt. Die Reize und vor allem die Ruhe die außerhalb des Mutterleibes existieren müssen verarbeitet werden (im Mutterleib ist es bis zu 90 Decibel laut also lasst das rumschleichen ums schlafende Baby ;-)). Dies fällt einigen Neugeborenen leicht anderen sehr schwer. Aber es gibt einen Beruhigungsreflex der noch aus dem Mutterleib stammt. Denn würde sich das Baby im Mutterleib in Rage bringen, dann bestünde Lebensgefahr durch innere Verletzungen. Zum Auslösen diese Beruhigungsreflexes gibt es 5 Dinge die einzeln oder auch alle zusammen genutzt werden müssen. Je nach Gnartscheltier und dessen Schwierigkeitsgrad 😉 Also Pucken, Seitlagen/Bauchlage, weißes Rauschen oder Schhh-Laute, Schaukel/Wippen und Saugreflex befriedigen also Schnuller. Die Intensität der einzelnen Aktionen hängt natürlich wieder vom Schwierigkeitsgrad des Gnartscheltiers ab.

Wir haben den höchsten Schwierigkeitsgrad an Gnartscheltier wir brauchen den Pucksack, weißes Rauschen auf voller Lautstärke, Gnartscheltier in die Wiegehaltung, hüpfend hopsend durch die Wohnung, der Schnuller fliegt natürlich im hohen Bogen ausm Mund, also muss die Brust als natürlicher Buckel dienen und DAS bitte mind. 45 Minuten bis zur Tiefschlafphase 😛 Aber unsere Kleine hat sich seitdem nicht mehr in völlige Rage geschrien und war zu beruhigen!

Abendrituale kann ich jedem nur ans Herz legen. Wenn man die Anzeichen sieht und somit weiß wann der kleine Drache müde wird geht es bei uns nach oben es gibt die Nachtwindel an (wir wickeln mit Stoffwindeln dazu im anderen Artikel mehr), ab in Pucksack und dann mitlerweile in die Nonomo (Federwiege). Jeden Abend ab ca 19 Uhr das gleiche Spiel 🙂

Mit der „Oh je ich wachse“ App oder dem Buch könnt ihr gut sehen, ob eure kleinen Drachen gerade ein Entwicklungsschub durchmachen und deshalb die Schreiattacken plötzlich wieder mehr werden, obwohl doch vielleicht gerade alles besser geworden ist 😉

Desweiteren:

  • muss Mama sich leider ein dickeres Fell, eine LMA-Einstellung (LeckMichamArsch) und gute Sprüche für die freie Wildbahn aneignen (Mein Favorit auf „Warum schreit es denn“ Ist jetzt „Keine Ahnung fragen sie Sie doch“ Oder „Sie mag sie einfach nicht“)
  • ein fröhlich Gesungenes zum schaukeltakt passendes „Das ist doch echt scheiße,ich finde das genau so blöd wie Du“ hilft
  • Kind kurz sicher ablegen ins Nachbarzimmer gehen und den Frust rauslassen hilft
  • eine Trage ich liebe meine Trage!!! Ich werde dann zum Gnartschelbeuteltier 🙂
  • Freunde Bekannte Leidensgenossen zum Austausch (Ich habe das Glück eine super Muttigruppe zu haben das baut einen ungemein auf!!!)
  • offen drüber Sprechen und sich eingestehen dass es ein Schreikind ist (Da hab ich mich auch schwer mit getan)
  • Eine Schaukel oder Federwiege (mag aber nicht jedes Kind!!)
  • der Lichtblick am Ende des Tunnels nach 3 Monaten ändert sich was, außer es ist ein Frühchen dann muss man die Zeit noch drauf rechnen (seitdem 4 Monat sind die Schreiattaken bei uns drastisch zurückgegangen)
  • Schokolade gaaanz viel Nervennahrung

Zum Schluss noch eins, wenn Ihr alleine nicht weiter kommt sucht Euch professionelle Hilfe, fragt eure Hebammen, eure Kinderärzte oder geht zur Schreiambulanz.

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